Immunsystem - Yoga in der Pandemie

 

Das Virus hat uns im Griff – seit einem Jahr! Strategien, es unter Kontrolle zu bringen, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind trotz eines immensen Aufwands weitgehend verpufft.

 

 

Das Virus deckt auf – offenbares und unterschwelliges Denken und Fühlen, Abhängigkeiten, Machtstrukturen, Verstrickungen, aber auch den Gesundheitszustand einer Gesellschaft und es macht Ursachen sichtbar.

 

 

Alle bis heute getroffenen Maßnahmen waren und sind ausschließlich reaktiver Natur. Sie bieten – abgesehen von den mit den Impfstoffen verbundenen Hoffnungen – keine Perspektive, wie generell und damit auch in künftigen vergleichbaren Krisenlagen effizienter, schneller und zielführender gehandelt werden könnte. Es scheint, dass eine Gesellschaft wie die unsere – aus vielerlei Gründen – nicht fähig ist, proaktiv zu planen und im Interesse der gesamten Bevölkerung zu handeln. Die gegenwärtige Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig es für jede/n einzelne/n ist, selbst vorausschauend tätig zu werden – um sich zu schützen, aber auch, um in einer Zeit globaler Hysterie einen klaren Verstand zu pflegen.

 

 

Von offizieller Seite – Politik, Medizin, Pharma – brauchen wir nicht allzu viel erwarten. Mit Ernährung, Kräuterwissen, Yoga oder Meditation lässt sich nicht das große Geld generieren. Außer milliardenschwerer Förderung der Pharmawirtschaft hat das zuständige Ministerium in Berlin bisher kaum geliefert. Wie auch? Das wissenschaftliche Paradigma unserer Zeit gebiert zwar Forschung, die noch der kleinsten Mikrobe nachzuspüren vermag. Von den unglaublichen Möglichkeiten des menschlichen Geist-Körper-Kontinuums weiß sie nichts.

 

 

Dabei liegen die Schwächen nicht einmal in den Produkten, die die Forschung präsentiert. Die Vakzine mögen im Hinblick auf ihre Bestimmung, das Virus vorübergehend und lange genug auszuschalten, hochwirksam sein. Der zu ihnen führende Weg der Forschung allerdings ist derselbe, der uns in das gegenwärtige Dilemma geführt hat: ein immer tieferes Eindringen in die Grundlagen der Natur, in die letzten natürlichen Lebensräume – mit der unausweichlichen Folge, dass bislang unbekannte Formen des Lebens auch in unsere Lebensräume vordringen.

 

 

Die Erforschung der menschlichen geistig-körperlichen Potentiale hat und hatte zu keiner Zeit Priotität. Es waren letztlich nur eine Handvoll verrückter Philosophen und Psychotechniker, die im mittleren und südlichen Asien vor einigen Tausend Jahren begannen, das Zusammenspiel von Physis und Psyche genauer unter die Lupe zu nehmen. Was heute unter dem Sammelbegriff „Yoga“ als fester Bestandteil weltweiten Lifestyles blüht, galt noch vor weniger als hundert Jahren in Indien als Schrulle einiger zerlumpter Bettler und Kiffer. Allerdings genossen diese einen Status als „Heilige Verrückte“, denen man mit Abstand, aber doch einer gewissen Ehrfurcht begegnete.

 

 

Was kann Yoga in der Pandemie bewirken?

 

 

„Mein Thema ist Yoga – der Weg, der den Körper und die Sinne kultiviert, den Verstand verfeinert, den Intellekt bildet und in der Seele, dem Kern unseres Seins, zur Ruhe kommt.“

 

(B. K. S. Iyengar – Der Baum des Yoga)

 

Yoga als älteste bekannte Wissenschaft vom Menschen verfolgt eine dem schulwissenschaftlichen Ansatz diametral entgegengesetzte Herangehensweise. Ausgangspunkt der Forschung und Arbeit im Yoga ist der Mensch – mit seinen aktuellen Fähigkeiten und insbesondere mit den Potentialen, die uns als Menschen eigen sind – körperlich, kognitiv, mental und emotional gleichermaßen. Yoga ist die Wissenschaft, die diese Potentiale als gegeben voraussetzt, und die Methode zu ihrer Entwicklung und Entfaltung. Yoga ist eine subjektive Wissenschaft. Forschende und der Gegenstand der Forschung sind identisch, Subjekt und Objekt zugleich – offenbar in der täglichen Praxis, in der Handeln, Beobachten, Reflektieren, Verstehen, Integrieren und Entscheiden mehr und mehr ineinander fließen.

 

 

Eines dieser Potentiale liegt in der Fähigkeit des Organismus, Krankheitserreger abzuwehren. Die verschiedenen daran beteiligten physiologischen und neurologischen Funktionen bilden das Immunsystem. Seine Funktionsfähigkeit wiederum unterliegt physischen und psychischen Einflüssen. Die tragenden Säulen eines starken Immunsystems sind körperliche Gesundheit, emotionale Ausgeglichenheit und psychische Stabilität.

 

 

Der Körper braucht für einen reibungslos funktionierenden Organismus gehaltvolle und giftfreie Nahrungsmittel, sauberes Wasser, saubere Luft und ein Lebensumfeld, in dem Bewegung, Ruhe und Regeneration möglich sind. Emotionale Ausgeglichenheit entsteht in einem Netz lebendiger Beziehungen, ein ständig neu sich austarierendes Gleichgewicht – gespeist aus Information, Kommunikation, Zu- und Abneigung, Hinwendung, Rückzug, Nähe, Abstand, Berührung, Miteinander, Alleinsein und nicht zuletzt einem ausgewogenen Wechselspiel von Stress und Entspannung. Psychische Stabilität schließlich resultiert aus gesunden materiellen und emotional ausgeglichenen Lebensumständen. Darüberhinaus können genetische Faktoren von Bedeutung sein – hinsichtlich einer spezifischen Anfälligkeit (Vulnerabilität) und möglicherweise als direkte Ursache von Störungen.

 

 

Werfen wir einen Blick auf unser eigenes Leben: die maßgeblichen Faktoren sind gewiss nicht in allen Fällen optimal – angefangen bei den Nahrungsmitteln, über die Qualität des verfügbaren Trinkwassers bis hin zu Arbeitsbedingungen (Stress), Beziehungen und unserer Fähigkeit, all diese Faktoren im Gleichgewicht zu halten. Das Alltagsleben des Homo Oeconomicus ist i. d. R. alles andere als immunitätskompatibel. Und nicht nur das; unser meist naturfernes Leben scheint unsere Abwehrkräfte geradezu zu sabotieren.

 

 

Yoga kann auf allen Ebenen des Seins wirksam werden – körperlich ebenso wie mental und emotional. Es ist allerdings nicht damit getan, sich einmal wöchentlich auf die Matte zu legen und durch eine Trancereise leiten zu lassen. Auch reicht es nicht zu mehr als einem gewissen gymnastischen Effekt, mehr oder weniger regelmäßig sein Asana-Programm herunter zu spulen, während die Gedanken um irgendein Problem im Job kreisen, und anschließend noch ein paar Minuten OM zu chanten. Der Wunsch nach ein paar Minuten Entspannung, mehr Beweglichkeit oder einem gesteigerten Fitnessgefühl soll dabei überhaupt nicht abgewertet werden. Die Intentionen, Yoga zu praktizieren, sind so vielfältig wie die Menschen, die sich im Studio treffen. Sogar „Selbstoptimierung“ soll bei einigen Menschen als Motiv dienen. Wer allerdings gezielt auf solche essentiellen Funktionen wie das Immunsystem oder organische Aktivitäten einwirken will, braucht einen anderen Ansatz.

 

 

Das anatomisch-physiologische Fundament des Organismus muss dabei ebenso Berücksichtigung finden wie der naturgemäß unstete Geist. Ungebrochene Konzentration, stetes Gewahrsein der inneren Prozesse und schließlich ein ordnender und unterscheidungsfähiger Verstand sind die unverzichtbaren geistigen Fertigkeiten. Sie müssen ebenso geschult und geübt werden wie die körperlichen.

 

 

Für die Stärkung des Immunsystems sind die Umkehrhaltungen erste Wahl. Kopf- und Schulterstand stehen dabei im Mittelpunkt – aufgrund ihrer regulierenden Wirkung auf den Hormonhaushalt und die Prozesse des Zentralnervensystems. Sie sollten ohnehin zur täglichen Yogapraxis gehören. Aber auch der Unterarmstand und der Handstand gehören in der aktuellen pandemischen Situation zum fortgeschrittenen Sortiment. Insbesondere Brustkorb und Schultergürtel profitieren. Der gesamte Atemapparat wird erweitert und gekräftigt.

 

 

Aber Vorsicht! Ohne das auf umfangreicher eigener Praxis gründende Wissen und die Anleitung erfahrener Lehrender, die selbst schon ungezählte Stunden auf dem Kopf gestanden haben, kann der Schuss nach hinten losgehen. Diese Asanas (Haltungen) sind nichts für Anfänger. Immerhin ruht beim Kopfstand das gesamte Körpergewicht auf dem empfindlichsten Teil der Wirbelsäule. Verletzungen können langwierig oder sogar irreparabel sein.

 

 

Wesentlichen Einfluss auf die Abwehrkräfte hat das vegetative Nervensystem. Der Hypothalamus steuert mit Sympathikus und Parasympathikus – scheinbar antagonistisch wirkenden Systemen – über die Ausschüttung von Hormonen und Neurotransmittern grundsätzliche Reaktionen des Organismus auf Einflüsse von außen. Im Hypothalamus entscheidet sich, ob eine Situation als bedrohlich oder freundlich interpretiert wird. Der Sympathikus managed Fight-or-Flight-Situationen wie unmittelbare Bedrohungen, während in Phasen, die ruhig und friedlich erscheinen, der Parasympathikus das Steuer übernimmt. Angesichts des Säbelzahntigers unserer fernen Vorfahren sind solche Prozesse unmittelbar nachvollziehbar. Im heutigen Alltag sind wir mehr mit Bedrohungen konfrontiert, die vielfach unterhalb der Bewusstwerdungsschwelle wirksam sind und sich daher  unmittelbarer Wahrnehmung entziehen. Dauerhafter Stress im Job, befristete Arbeitsverträge, Existenzangst, Konkurrenz zu unseren FreundInnen und KollegInnen, der Kampf um Status und die Angst vor Verlust desselben – alles Bedrohungen, die wir unterschwellig und vorbewusst wahrnehmen. Der Hypothalamus allerdings erkennt Bedrohung, aktiviert Sympathikus. Entsprechende Hormone wie Noradrenalin werden ausgeschüttet. Die meisten Menschen leben in einem zwar niederschwelligen, aber dauerhaften Fight-or-Flight-Modus. Regeneration ist unter solchen Lebensumständen nicht möglich. Das Immunsystem ist nahezu ausgeschaltet.

 

 

Das körpereigene Abwehrsystem unterliegt parasympathischer Steuerung. Wir brauchen zur Regeneration regelmäßige Inseln von Ruhe und Frieden im Alltag. Aber auch unsere Freizeit nutzen wir immer weniger, um wirklich zur Ruhe zu kommen. Allzu bereitwillig setzen wir uns dem jederzeit auf uns einprasselnden informellen Getöse aus. Unsere Aufmerksamkeit jagt von einem Impuls zum nächsten – ruhelos, ständig auf der Jagd, ständig auf der Flucht. Ruhelosigkeit ist ein wesentliches Merkmal unseres Lebensstils geworden – permanent sympathisch unterwegs. Wär’s nicht so bitter, ließe sich’s über den Wortwitz schmunzeln.

 

 

Tiefe Entspannung (nicht die Betäubung mit Rotwein auf dem Sofa), die regelmäßige Unterbrechung der dauerhaften Anspannung, ist daher die zweite tragende Säule der Yoga-Strategie zur Stärkung des Immunsystems. In unseren laufenden Kursen entwickeln wir die Skills, um im Alltag über den Atem, Konzentration und verfeinerte Selbstwahrnehmung in Minutenschnelle Kontakt zu innerer Ruhe zu finden. Die Fähigkeit, zu entspannen, ist uns eigentlich als natürliches Talent in die Wiege gelegt. Nur: was ist unter den vorherrschenden Bedingungen noch natürlich und auch verfügbar?

 

 

Regelmäßige Yogapraxis hat generell positive Wirkungen auf das Immunsystem. In der aktuellen Situation allerdings trifft ein hochinfektiöses Virus in einer hochinfektiösen Lebensrealität auf ein in weiten Teilen der Menschheit geschwächtes Immunsystem. Selbst wenn es gelingen sollte, über massenhafte Impfungen das Virus weitgehend zu eliminieren: bei gleichbleibender Lebens- und v. a. Wirtschaftsweise steht das nächste Virus längst vor der Tür. Ohnehin wird ein Wandel unserer Gewohnheiten Jahre in Anspruch nehmen.

 

 

In unserem Online-Seminar „Immunsystem – Yoga in der Pandemie“ erarbeiten wir die wichtigsten und wirksamsten Asanas zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte.

 

 

WICHTIG !

Die Teilnahme am Seminar ersetzt NICHT den Infektionsschutz, den eine Impfung bieten kann. Yoga ist neben guter Ernährung und einer insgesamt gesunden Lebensweise ein weiterer Baustein eines intakten Immunsystems.

 

 

Nicht jeder Mensch kann die anspruchsvollen Umkehrhaltungen ausführen. Um einige Minuten auf dem Kopf stehen zu können, ohne Schädigungen der Wirbelsäule zu riskieren, ist ein stabiles Fundament erforderlich. Daher ist das Seminar für Neueinsteiger in die Welt des Yoga leider nicht geeignet.

 

Parallel zum Seminar richten wir daher einen neuen Online-Einsteigerkurs ein.

 

Stay tuned - Namaste